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Verzauberte Küche

Gerade eben mache ich mir Gedanken darüber, wie unser Speiseplan der kommenden Woche aussehen soll. Was soll ich in den nächsten Tagen kochen? Berechtigte Frage, wie ich finde. Will nämlich geplant und eingekauft werden.

Was kochen Sie denn eigentlich immer so?

Mh, eigentlich könnte ich ja mal mehr Gemüse zubereiten, nehme ich mir vor. So richtig tolle Arrangements der pflanzlichen Kochkunst herstellen! Erst vor kurzem durfte ich Zeugin einer ausgezeichneten Köchin der veganen Küche sein. ( Carola, ich liebe deine Gerichte 🙂 ).

Nun denn, dafür reichen meine Kochkünste allerdings noch nicht ganz aus. Ist aber nicht so schlimm. Schließlich ist Rom auch nicht an einem Tag erbaut worden, oder?

Jetzt mache ich erstmal Gurkensalat. Der ist auch lecker.

Dazu gibt es Reis und Hühnerkeulen. Hat sich die Fraktion der inneren Leichtigkeit einstimmig gewünscht.

Nun gut, so soll es sein. Om shanti.

Jetzt, wo wir alle am Tisch sitzen, könnte ich die nächste Generation doch gleich einmal darauf aufmerksam machen, dass die Hühnerkeulen, in die sie gerade herzhaft hinein beißen wollen, ja von einem Huhn stammen.

Richtig! Ein Lebewesen, das gestorben ist, damit wir jetzt ein Stück Fleisch auf dem Teller haben.

„Wir könnten uns doch auch mal bedanken“, schlage ich hoffnungsvoll vor. „Dankeschön liebes Hühnchen, dass du für uns gestorben bist“, sagt da plötzlich mein 4jähriger Sohn.

Erstaunt blicke ich hoch. Geht doch. Genau! Und jetzt, wo wir gerade schon dabei sind, könnten wir die ganze Thematik auch noch etwas ausführlicher behandeln, denke ich mir. – Kindgerecht, versteht sich.

Mein momentaner Energiefluss scheint sich auf den 4jährigen zu übertragen, denn er fährt nachdenklich fort: “Wahrscheinlich schwebt das Hühnchen jetzt durch das WeltEil.“ Nun ja, ob in den unbegrenzten, zeitlosen Dimensionen des Universums tatsächlich Eile herrscht, wage ich zu bezweifeln. Aber, das ist jetzt auch unerheblich. Jedem die seine Sichtweise. Warum auch nicht? Vielleicht handelt es sich ja auch einfach nur um diverse kindliche Sprachdefizite. Egal. Wir sind jetzt zumindest so richtig im Thema, freue ich mich.

Der 8jährige lässt sich nämlich mit seiner Interpretationsmöglichkeit auch nicht lumpen und widerspricht entrüstet: „Doch nicht das ganze Hühnchen! Höchstens das Skelett.“ 🙂

Ein leises Lächeln huscht über meine Lippen. Aber, um die aufkeimenden Vorurteile direkt zu unterbinden, schreite ich umgehend ein.

„Jeder darf sich jetzt das vorstellen, was sich für ihn am besten anfühlt. Völlig in Ordnung.“

Und dann sitzen sie da. Vergessen für einen Augenblick die Hühnerkeulen in ihrer Hand, und bekommen einen glasigen Blick in ihren Augen. Blicken Löcher-in-die-Luft starrend zum Himmel hinauf, und sind ganz versunken in ihrer Welt. Wundervoll.

Ich schließe meine Augen. Versinke in diesem stillen Moment. Bedanke mich gleichfalls bei dieser kleinen Seele für die köstliche Mahlzeit.

Ich atme tief und genieße diesen wunderschönen Augenblick. Bis ich plötzlich jäh aus meinem Zustand gerissen werde.

Die nächste Generation hat soeben beschlossen ihre Meditation zu beenden.

Nun entdecken sie gerade, dass die knöchernen Reste auch als Wurfmaterial zu gebrauchen sind. Frei nach dem Motto: Wer trifft auf dem Knochenteller zuerst die Objekte des Anderen?

Oje. Ich sollte ihren berechtigten Drang nach unbegrenzten Möglichkeiten mit pädagogisch sinnvollen Erziehungsmaßnahmen koppeln.

Jetzt. Sofort.

Und genau aus diesem Grunde wünsche ich Ihnen jetzt genau an dieser Stelle den dreifachen Frieden.

Om shanti, shanti, shanti.

Bleiben Sie gelassen. Und falls nicht, kommen Sie einfach zu mir.

Licht-und liebevolle Herzensgrüße sendet Ihnen Ihre

Jasmin Niederstein

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