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Vertauschte Herzen

Kennen Sie eigentlich auch dieses bunte Leben, wenn man Kinder hat (oder Stiefkinder, Patenkinder, Nichten, Neffen und Enkel…)?

Irgendwie kommt immer alles durcheinander.

Da kann man sich die schönsten, exakt ausgearbeiteten Pläne zusammenstellen.
Kinder schmeißen diese in null Komma nichts mit angeborener, selbstverständlicher Leichtigkeit problemlos über den Haufen.

Zack. Erledigt. Da steht man dann da. Vor vollendeten Tatsachen. Und kann sich überlegen, wie man darauf reagiert.
Schließlich hat ja jeder die Wahl.  Zu reagieren.

Oder aber auch nicht zu reagieren.
Vielleicht erstmal zu reflektieren.

Was macht diese geänderte Situation jetzt eigentlich gerade mit mir.
Ist es nun tatsächlich so ein Drama, dass meine Kreation der Tagesplanung nicht mehr aktuell ist?
Vielleicht sollte ich jetzt zunächst einmal tief durchatmen.
Om shanti. Alles ist gut.
Ich schließe meine Augen und atme tief ein-und aus. So merke ich immer am besten, was gut und richtig für mich ist.
Und als ich sie wieder öffne, stelle ich zu meinem Erstaunen fest, dass es gar nicht so tragisch ist, Plan B zu improvisieren.

Und dann höre ich sie. Die Fraktion der inneren Leichtigkeit ( 4 und 8jährig) marschiert gerade die Treppe herauf.
Im geräuschvollen Gleichschritt trällern sie fröhlich: Anker los, Anker los… (für diejenigen, die nicht so up to Date in solchen Dingen sind – wird in den Folgen von Wickie gesungen – )
Manchmal sind sie sich ja einig. So wie jetzt.

Jetzt stehen sie vor mir. In einem Aufzug, der wirkt, als würde der Eine in einem überlangen Nachthemd vor mir stehen. Und bei dem Anderen könnte die berechtigte Frage aufkommen, ob die Mutter dieser Kinder nicht in der Lage ist, ordnungsgemäß temperiert die Wäsche zu säubern.

Mit großer Ernsthaftigkeit schauen sie mich aus ihren kindlichen Augen an. Voller Überzeugung, dass ihr Aussehen vollständig seine Daseinsberechtigung hat.
Ich versuche mir inzwischen krampfhaft das Lächeln zu verkneifen, und beiße mir auf die Lippen. Bloß jetzt nichts anmerken lassen, denke ich mir. Lautstark, wortreich und gestenvoll erklären sie mir den Sachverhalt ihrer unbekümmerten Welt. Ich lausche, und lobe sie für ihren Ideenreichtum.

Staune. Über ihren Einklang mit sich und dem anderen. Lasse diesen Einklang auf mich wirken.
Übertrage ihn einfach auf mich selbst. Wunderschön.

Dieser innere Frieden, der sich nun in mir breit macht.
Deswegen breitmachen darf, weil sich eine große Akzeptanz in mir entwickelt.
Akzeptanz in Bezug auf diese Situation, aber auch in Bezug auf das Leben im Allgemeinen.
Und dann gehen Sie wieder. Genauso geräuschvoll wie sie gekommen sind, marschieren sie jetzt wieder im Gleichschritt und vertiefen sich in ihre kindliche Phantasiewelt.

Einfach bezaubernd.
Leider ist dies nicht immer so. Wäre aber auch langweilig, irgendwie. Wenn keiner mehr meckert und trotzig losheult. Oder?
Sicherlich wird dies nicht allzu lange auf sich warten lassen. Aber bis dahin wünsche ich Ihnen erstmal den dreifachen Frieden.

Om shanti, om shanti, om shanti.

Bleiben Sie gelassen. Und falls nicht, kommen Sie einfach zu mir.

Licht-und liebevolle Grüße sendet Ihnen
herzlichst Ihre
Jasmin Niederstein

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